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Dach & Heck

Stützlast & Dachlast

Dachträger und Querträger: Welcher passt zu deinem Auto?

Offene Reling, geschlossene Reling, Fixpunkte oder glattes Dach: Welcher Dachträger passt, wie viel er trägt und was er von der Dachlast abzieht.

Von Redaktion Dach & Heck · Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Zwei Mountainbikes auf Fahrradhaltern auf den Querträgern eines Autodachs
Foto: DavidivardiIL / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 , zugeschnitten und verkleinert

Wer eine Dachbox oder einen Fahrradträger aufs Dach setzen will, braucht zuerst Querträger, auch Grundträger oder Dachträger genannt. Welcher passt, entscheidet vor allem das Dach deines Autos.

Aus diesen Teilen besteht ein Dachträger

Thule beschreibt ein Trägersystem aus drei Teilen:

  1. Querstreben (Lastträger) – die beiden Stangen, auf denen Box oder Fahrradträger sitzen.
  2. Füße – sie verbinden die Streben mit dem Dach und passen zu einem bestimmten Dachtyp.
  3. Montagekit – passt Füße an das genaue Fahrzeugmodell an.

Wechselst du das Auto, musst du laut Thule eventuell nur Füße und Montagekit tauschen, die Querstreben kannst du oft weiter nutzen.

Welcher Dachtyp hast du?

DachErkennungsmerkmalPassender Träger
Offene RelingLängsstangen mit Abstand zum Dach, man kann darunter greifenRelingträger für offene Reling
Geschlossene RelingReling liegt direkt auf dem Dach aufTräger für geschlossene (integrierte) Reling, meist mit Kit
FixpunkteAbdeckungen oder Schienen im Dach, oft unter KlappenFüße für Fixpunkte, fahrzeugspezifisch
Glattes Dachkeine Reling, keine BefestigungspunkteFüße, die in den Türrahmen greifen, mit fahrzeugspezifischem Kit
RegenrinneRinne am Dachrand, vor allem bei älteren Autos und TransporternFüße für Regenrinne

Diese Einteilung findest du so oder ähnlich bei den großen Herstellern, Atera etwa unterscheidet im Sortiment zwischen Trägern für offene und für geschlossene Dachreling. Welche Teile genau passen, zeigen die Fahrzeugsuchen der Hersteller.

Wie viel darf aufs Dach?

Hier gelten zwei Grenzen gleichzeitig, und die niedrigere zählt:

  • Dachlast des Autos: steht laut ADAC nur in der Betriebsanleitung, nicht in der Zulassungsbescheinigung.
  • Zuladung des Trägers: steht in dessen Anleitung. Thule legt alle seine Dachträger für bis zu 75 kg aus.

Der ADAC bringt es auf den Punkt: Es hilft nichts, wenn das Dach 100 Kilogramm tragen dürfte, das Trägersystem aber nur 75.

Wichtig: Das Gewicht des Trägers selbst zählt zur Dachlast. Ein Beispiel des ADAC: Ein VW Golf mit 75 kg Dachlast, ein Dachträger mit 5,1 kg und eine Dachbox mit 23,9 kg – dann bleiben nur 46 kg für die Ladung. Wie du für dein Auto rechnest, zeigt unsere Anleitung Dachlast berechnen.

Eine höhere Dachlast lässt sich laut ADAC nur mit Freigabe des Herstellers und über eine Prüforganisation wie TÜV oder Dekra eintragen.

Stahl oder Aluminium?

Thule bietet zum Beispiel Vierkantstreben aus Stahl (SquareBar Evo), die der Hersteller als robust und hoch belastbar beschreibt, und aerodynamisch geformte Streben aus Aluminium (WingBar Edge), die besonders leise sein sollen. Unabhängige Messungen zu Geräusch und Verbrauch leerer Träger haben wir nicht gefunden.

Auch die Bauart der Füße macht einen Unterschied: Laut Thule sind die flachen Edge-Träger nicht für Dachzelte geeignet, die Evo-Träger schon.

Dachträger und Fahrräder

Für Fahrräder auf dem Dach kommt ein Fahrradträger auf die Querstreben. Im ADAC-Systemvergleich schnitt diese Lösung schlechter ab als der Träger auf der Anhängerkupplung: 34,2 Prozent Mehrverbrauch bei 130 km/h, Beladen meist nur zu zweit, und im Crashtest mit einem leicht überladenen E-Bike gab das Aluprofil des Querträgers nach. Mehr dazu im Ratgeber Kupplung, Dach oder Heckklappe.

Montage-Tipps

  • Anleitung beachten: Abstände der Querstreben und Anzugsmomente stehen in der Anleitung.
  • Nachkontrolle: Der ADAC rät, die Befestigung nach einigen Kilometern noch einmal zu prüfen.
  • Tempo: Mit Dachbox empfiehlt der ADAC höchstens 130 km/h.
  • Abbauen: Bei Nichtgebrauch Box und Träger abnehmen, das spart laut ADAC Sprit und Lärm.
  • Dachlast verteilt sich hinten: Laut ADAC belastet die Dachlast überwiegend die Hinterachse.

Welche Dachboxen im ADAC-Test gut abgeschnitten haben, zeigt unser Dachbox-Vergleich.

Quellen

  1. Dachlast: Was es beim Transport auf dem Dach zu beachten gibt – ADAC
  2. Dachboxen im ADAC Test – ADAC
  3. Alles, was Du über Dachträger wissen musst – Thule
  4. Dachträger – Übersicht – Thule
  5. Fahrradträger im Vergleich: Dach, Anhängerkupplung oder Heck? – ADAC

Unser Vergleich zum Thema

Zum Vergleich: Dachbox-Vergleich: 5 Universalboxen mit ADAC-Note

Häufige Fragen

Welcher Dachträger passt auf mein Auto?

Das hängt vom Dach ab: Für offene Reling, geschlossene Reling, Fixpunkte, glattes Dach und Regenrinne gibt es jeweils eigene Füße. Dazu kommt meist ein Montagekit für das genaue Fahrzeugmodell. Die Hersteller bieten dafür Fahrzeugsuchen an.

Zählt der Dachträger zur Dachlast?

Ja. Laut ADAC werden das Gewicht von Dachträger und Dachbox von der zulässigen Dachlast abgezogen. Erst der Rest bleibt für die Ladung.

Wie viel trägt ein Dachträger?

Das steht in der Anleitung des Trägers. Thule legt alle Dachträger für bis zu 75 kg aus. Es gilt aber immer der niedrigere Wert von Träger und Auto.

Soll ich den Dachträger dranlassen?

Nein. Der ADAC rät, Dachbox und Dachträger bei Nichtgebrauch abzubauen – wegen des höheren Verbrauchs und der Windgeräusche.

Bildnachweise

Alle übrigen Abbildungen sind eigene schematische Grafiken.